Wieder westwärts

Mit der Addo Region haben wir unser östlichstes Ziel während dieser Reise erreicht. Heute fahren wir Richtung Westen mit Endziel Plettenberg Bay. Es ist der erste wirkliche Regentag. Das Wetter ist trüb, die Sicht lässt zu wünschen übrig. Den geplanten Spaziergang unten am Meer bei Strom River Mouth können wir vergessen. Ich kann ein adäquates Alternativprogramm bieten. Die beiden Park’s, Birds of Eden sowie Monkey Land kann man problemlos bei schlechter Witterung besuchen. Vor allem die Farben der Vögel kommen bei trübem Licht genauso gut wie bei Sonnenschein, wenn nicht besser, zur Geltung. Wir hatten viel Spass bei den Piepmatzen und wurden unter dem Tropenwald ähnlich angelegtem Gelände kaum nass. Nach den Vögeln hatten wir noch nicht genug gesehen, so buchten wir kurzentschlossen eine geführte Tour durch’s Monkey Land. Diese putzigen Äffchen waren wirklich süss, sie singen und klettern im Wald frei herum und manchmal springen sie einem beinahe über die Füsse. Die kleinen bringen einem immer wieder von neuem zum Lachen. Bei der Abfahrt zur Lodge verging mir dieses allerdings einen kurzen Moment. Ich hatte die Kühlbox nicht ausgesteckt und siehe da, diese „frass» so viel Power, dass der Wagen nicht mehr ankam. TIA = this is Africa mal von der positiven Seite ausgedrückt… es verging nämlich keine Minute, als schon drei Helfer zur Stelle standen und eh wir uns versahen, war der Motor bereits wieder am laufen. Puh, Glück gehabt. Als Dankeschön gab’s ein Trinkgeld und Schweizer Schokolade, die ich noch im Gepäck vorrätig hatte. Doch damit noch nicht genug… kaum bei der Lodge angekommen, wurden wir nochmals mit „no Power“ konfrontiert. Die Behörden haben mal wieder den Strom abgestellt, in ganz Plettenberg Bay gibts keine Elektrizität, das heisst, kein Licht, kein Wlan, keinen Kaffee, nichts… jä nu, es blieb sowieso nur kurze Zeit zum Auffrischen und danach fuhren wir zum Nachessen aus. Zum Glück kochen sie hier mit Gas. Und unsere Restaurant Wahl „Equinox“ war perfekt. Schöne Lage, tolle Ambiente und sehr feines Essen. So konnten wir diesen aufregenden Tag gemütlich und genüsslich ausklingen lassen.
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Giraffen zum ersten, zweiten, dritten…

Der Sonntag war quasi als Reservetag geplant, falls wir mit der Safari vom Vortag nicht „erfolgreich“ gewesen wären. Da dies nicht der Fall war stand nichts besonders auf dem Programm. Wir entschlossen uns für einen Besuch in der nahe gelegenen Geparden Breeding und Auffangstation. Die Informationen der Führung über diese Tieren war interessant, ansonsten nicht wirklich etwas besonderes. Wir fuhren zeitig in unsere Lodge zurück und verbrachten den Tag mit Lesen und Ruhe. Später zogen wir nochmals los um die Giraffen aufzuspüren. Man wird fast „süchtig“ danach, sie sind so herzig wenn sie hinter den Büschen hervorgucken. Langsam scheinen sie uns zu kennen und springen nicht gleich davon, wenn wir uns ihnen langsam annähern. Aufgrund dieser Begegnungen mit den eleganten Tieren hat sich unser Aufenthalt in der Valley Bushveld Country Lodge letztendlich gelohnt.
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„GoSouth“ im Addo Elephant Park

Vor uns liegt ein ganzer Tag im Addo Elephant Park. Es ist der drittgrösste Game Park in Südafrika und wurde 1931 mit damals nur 11 Elefanten gegründet. Inzwischen beherbergt der Park auf eine Fläche von 1’640m2 über 250 Elefanten und ausserdem die Big 5. Die Safari begann sozusagen etwas spärlich. Kaum ein Tier war zu sehen. Als erstes begegneten wir einer kleinen Schildkröte, die vor uns im Busch verschwand. Ganz vorsichtig mussten wir an den vielen kleinen Dung Beetle vorbeifahren. Diese kleinen, hübschen schwarzen Käfer sind geschützt, sie leisten grossartige Arbeit und sind wichtig für das Ökosystem. Bis zur ersten Pause bekamen wir wirklich kaum etwas vor die Linse. So entschlossen wir uns, im südlichen Teil des Parks unser Glück zu versuchen, und, wie Rita so schön sagte, „let’s GoSouth“, haha! Und tatsächlich, plötzlich lief es rund. Wir kamen an grossen Elefanten Herden vorbei, die sich gerade ein Moorbad genehmigt hatten. Später wurde es besonders aufregend. Löwen waren in der Nähe, sie hatten gerade ein Kudu gerissen und wir konnten sie durch den Busch beim Fressen beobachten. So etwas bekommt man nicht täglich zu Gesicht. Viele Auto’s tummelten sich um die Löwen herum und wir fuhren wieder, um später nochmals vorbeizuschauen. Welch ein Glück, denn kurze Zeit später dürfen wir eine äusserst berührende Szene beobachten. Ein Zebra Weibchen hatte gerade ihr Junges zur Welt gebracht. Das kleine stand noch ganz wackelig auf seinen Beinchen und konnte gar noch nicht recht verstehen, wo es „gelandet“ ist. Die Mutter leckte es liebevoll ab und schüchtern trottelte das Kleine um seine Mama herum. Ganz langsam wurde das junge Zebra Baby trittsicherer und fand sogar heraus, wie es von seiner Mama Milch trinken kann. Wir waren alle sehr berührt von diesen Bildern und dankbar, so was Schönes sehen zu dürfen. Auch für unseren Guide Nico war dies ein besonderes Erlebnis. Auf dem Rückweg kamen wir an vielen Antilopen Herden, Warzenschweinchen und schliesslich nochmals an den Löwen vorbei. Diesmal waren sie aktiv und unruhig. Ein Löwenweibchen kam ganz nahe an die Autos heran und schlich auch an unserem Wagen vorbei. Die Hand ausgestreckt, hätte Jack das Weibchen berühren können… natürlich tat er dies nicht! Welch ein ausserordentlich schöner und spannender Tag im Addo Elephant Park, wir sind richtig zufrieden und glücklich!

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Dung Beetle

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Happy nach einem erlebnisreichen Tag im Addo

Viel Afrika….

… dies sagt man, wenn es so richtig heiss wird oder eben ist! Wir verbrachten den Vormittag der Abreise von Graaff Reinet mit einem gemütlichen Stadtbummel. Die Stadt ist nicht sehr gross und überschaubar. Ein Besuch Wert ist die grosse Kirche, die „Grotekerk“, Niederländisch Reformierte Kirche, die zwischen 1885 und 1887 erbaut wurde und in weiten Teilen ein Nachbau der Salisbury Cathedrale Englands darstellt. Weiter findet man die üblichen Läden wie Pick&Pay, Woolworth etc. Etwas abseits des weissen Stadtviertels entdeckt man das andere Gesicht Südafrika’s, bunt, lebendig und genauso schön. Mit der Zeit bekamen wir die Hitze zu spüren und so fiel nach einer kurzen Erfrischungspause das Abschied nehmen von dieser schönen Umgebung etwas leichter, denn im Auto konnten wir dank Klimaanlage für etwas angenehmere Bedingungen sorgen. Die Fahrt Richtung Küste war wiederum landschaftlich abwechslungsreich. Zu Rita’s und meiner Freude gab es unterwegs zahlreiche hübsche Windmühlen. Dieses entpuppten sich als beliebtes Fotosujet heute, was Jack auch sehr verständnisvoll und geduldig über sich ergehen liess. Als wir in der Bush Lodge ankamen, war es nicht mehr ganz so heiss, so dass Rita auf der Terrasse gemütlich in ihrem spannenden Buch lesen und entspannen konnte. Jack und ich zogen vor dem Abendessen nochmals los. Zu Fuss erkundigen wir das auf einer riesigen Fläche angelegte Camp. Hier sind keine wilden Tiere angesiedelt, deshalb dürfen wir frei herumlaufen. Gut eine Stunde sind wir unterwegs und auf Spurensuche der Giraffen. Und tatsächlich, wir hatten Glück und fanden sie, ziemlich weit abseits von der Lodge, friedlich am Blätter knabbern. Sie zeigten sich anfangs etwas schüchtern, posierten sich anschliessend jedoch wunderbar vor unserer Kamera. Abendessen gabs in der Lodge, heute Stand „Impala“ Keule auf dem Speiseplan. Für uns alle das erste mal, und es schmeckte köstlich!
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Lange Fahrt, kurze Weile

Rund 360 km legten wir heute in 5 Stunden zurück. Die Strecke von Prince Albert bis Graaff Reinet gestaltet sich landschaftlich abwechslungsreich. Adieu kleine Karoo… Die Fahrt führte durch die Meiringspoort Schlucht bis de Rust, danach ging’s östlich weg bis Willomore. Dieses Städtchen lädt für einen ersten Kaffee und Pipi stopp ein. Sophies’s Choice ist dafür eine gute Wahl, die Kaffees und Milch Shakes sind ausgezeichnet und das ganze Restaurant ist ein einziges Museum oder vielmehr ein Antiquitätengeschäft. Zwischen Willomore und Aberdeen hielten wir mehrmals an, denn es gab viel zu sehen. Eine Staumauer, die ihren Zweck wohl nicht mehr erfüllen kann, weil es schlichtweg nichts mehr zu „stauen“ gibt. Erschreckend, wie ausgetrocknet alles ist. Dann fuhren wir an grossen Mohair Schafherden vorbei. Zwischendurch entdeckten wir wilde Blumen und letztendlich verzauberten uns die zahlreichen Windmühlen entlang der Route.
Da die ganze Stecke verhältnismässig verkehrsarm ist, kamen wir nach fünfstündiger Fahrt gut erholt in Graaff Reinet an. Ein kleines Hüngerli machte sich nun bei allen bemerkbar und wir landeten spontan in dem wohl witzigsten Lokal der Stadt. Neben feinen kleinen und grösseren Köstlichkeiten bietet es eine riesige Auswahl an Weinen, Grappa, Gin. Es verfügt ausserdem über eine Konditorei mit leckerem Gebäck und Kuchen. Und zu guter Letzt kann man sich in der kleinen Galerie verweilen. Rita fand ein wunderschönes Bild mit einer Windmühle, welches bald sein Plätzchen in ihrer Wohnung in der Schweiz finden wird. Doch der Höhepunkt des Tages war noch nicht erreicht. Erklärtes Tagesziel war die Fahrt hoch hinauf bis zum Valley of Desolation. Das Timing war perfekt, die Wetterbedingungen ebenfalls. Der Himmel konnte klarer nicht sein, die Temperatur immer noch angenehm warm, fast heiss und die Farben der Spätnachmittagssonne ideal für schöne Aufnahmen. Wir kamen gerade rechtzeitig, um einen ausgezeichneten Blick auf die Stadt zu erhaschen und um anschliessend den kurzen Wanderweg bis zur Aussichtsplattform hinauf zu bewältigen. Wir blieben bis sich die Sonne hinter dem letzten Gipfel für den heutigen Tag verabschiedete… Überwältigend und einfach nur schön!h

Heiss

Vor uns liegt ein Tag in Prince Albert, einem kleinen, gemächlichen Dorf wo das Wort „Hektik“ wohl unbekannt ist. Ideal, eine solche Umgebung während der Reise etwas näher anzuschauen. Nach dem Frühstück fahren wir nochmals in die Schlucht des Prince Albert Passes und lassen den Wagen unter Eukalyptus Bäumen stehen. Zu Fuss marschieren wir der Schottenpiste entlang rund eine Stunde aufwärts und anschliessend wieder zurück. Um dieses Zeit ist der Pass kaum befahren und wir haben den Weg für uns. Zu Fuss entdecken wir einiges mehr als Tags davor beim Hinunterfahren. Beim gehen kommen schöne Gespräche auf und sonst geniessen wir die Ruhe um uns herum. Allerdings wurde es langsam immer heisser und einige Wagen passierten die Passstrasse. So kehrten wir um und obwohl wir den gleichen Weg zurücklegen mussten, waren die Bilder die wir sahen wie neu. Nach der Wanderung fuhren wir zur einer Erfrischung in die 6 km ausserhalb der Stadt gelegenen Oliven Farm. Diese ist sehr gepflegt und hat einen wunderschönen Garten, wo man in Ruhe was essen und trinken kann. Wir entscheiden uns für eine Oliven Degustation. Sogar Jack kam auf den Geschmack, obwohl er Oliven eigentlich gar nicht so mag. Nach diesem gemütlichen Zwischenstop fuhren wir zurück zur Unterkunft, um den lauschen Garten zu geniessen. Mittlerweile war das Thermometer auf über 36 Grad geklettert, unter den schattenspendenden Bäumen war es dennoch angenehm. Individuell nutzen wir alle den späteren Nachmittag um ein bisschen in den kleinen Shops von Prince Albert zu stöbern und das Städtchen anzuschauen. Denn schon morgen gehts ein gutes Stück weiter, allerdings bleiben wir in der Grossen Karoo!
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Yvonne Wyss
+41 79 298 3144 +27 69 941 0195

Thomas Bain‘s Meisterwerk

Nur eine Nacht verbrachten wir bei Pascal. Die Zelt Lodge hat uns allen gefallen, wir wären gerne noch eine Nacht geblieben. Stattdessen verabschieden wir uns und verbringen den Vormittag in Oudtshoorn, Rita und Jack in der Cango Wildlife Ranch und ich erledige währenddessen Besorgungen in der Stadt. Gegen halb zwölf Uhr hole ich die beiden wieder ab und schon geht unsere heute etwas abenteuerliche Route weiter. Wir nehmen uns die spektakuläre Passstrecke des Prince Albert Passes vor. Vielen nennen sie die schönste Passstrasse Südafrika’s. Dieses Meisterstück wurde unter der Regie des berühmte Strassenbauers Thomas Bain errichtet und im Jahr 1888 eröffnet. Die effektive Passstrasse ist lediglich 27km lang, doch man benötigt dazu gerne und gut 2 Stunden Fahrzeit. Es lohnt sich, an verschiedenen Plattformen anzuhalten und die Weite zu bestaunen. Das gesamte Bauwerk und die Strecke insgesamt sind spektakulär. Wir kommen trotz gemächlicher Fahr gut voran und erreichen gegen 14.30 bereits das gleichnamige Städtchen Prince Albert. In diesem ruhigen Ort mitten in der Karoo sind wir für zwei Nächte untergebracht. Es gibt mehr zu tun als man denkt und wir schmieden Pläne für den kommenden Tag. Rita und ich besuchen anschliessend den Fotografen Jaggi, ein ausgewanderter Schweizer der seine malerischen Fotografien in seiner eigenen Galerie präsentiert. Vor dem Abendessen begeben wir uns auf einen einstündigen Rundwanderweg oberhalb von Prince Albert mit Blick auf das Städtchen und die grosse Karoo. Es bleibt herrlich mild und sehr warm bis wir uns nach dem gemeinsamen Abendessen in unsere Zimmer zurückziehen.
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